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Aus dem Inhalt:

500.000 Autogasfahrer in Deutschland:
Übergabe mit Hessens Minister Boris Rhein

Rücksicht statt leidiger Parkrempler:
Rückfahrkamera mit Autogasanlage nachrüsten

Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine:
Gasfahrer gewinnen schon bei der Anreise

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30.11.2011 16:15 Uhr Von Wolfgang Kröger

Doppeltest KIA Sportage und Hyundai ix 35

Moderne SUV wie der KIA Sportage oder der Hyundai ix 35 sind wahre Tausendsassa: Mit ihrer erhabenen Sitzposition erlauben Sie dem Fahrer, den Blick weit nach vorn schweifen zu lassen, ihr riesiger Kofferraum schluckt entspannte Großeinkäufe und das Urlaubsgepäck der ganzen Familie. Legt man die Rücksitzbank um, löst man selbst größere Transportprobleme im Handumdrehen und wer es braucht, bekommt gegen einen verhältnismäßig geringen Aufpreis auch noch den zuschaltbaren Allradantrieb spendiert, um selbst im Winter problemlos voranzukommen. Wem das immer noch nicht genügt, der ordert ein Sechs-Gang-Automatikgetriebe, eine Rückfahrkamera oder ein Panoramadach, je nach Gusto. Die Liste wirklich sinnvoller Extras ist bei beiden koreanischen SUV endlich, die Preise sind erschwinglich. Und das Gute daran: Die Umrüstung auf Autogas lohnt sich auf jeden Fall, denn der 2-Liter-Benziner mit seinen 163 PS (120 kW), der sowohl unter der Haube des Sportage als auch unter der Haube des Hyundai ix 35 recht munter arbeitet, ist für die Umrüstung auf LPG geradezu prädestiniert.

Kein Wunder, dass beide Fahrzeuge derzeit zu den Rennern auf dem Autogasmarkt gehören. KIA und Hyundai bieten in der Kategorie zwar auch ein äußerst kultiviertes Dieselaggregat an, das mit 136 PS (100 kW) für ordentlichen Vortrieb sorgt, doch wandern für den Selbstzünder jeweils gut 3.000 Euro mehr über den Ladentisch. Da lohnt es sich allemal, sich 27 zusätzliche PS und eine Gasanlage zu gönnen, zumal der Diesel derzeit einen gewaltigen Anlauf nimmt, die magische Grenze von 1,50 Euro pro Liter zu „knacken“.

Rechnete man vor noch nicht allzu langer Zeit die Amortisation einer Gasanlage im Vergleich zum Basisfahrzeug mit Benzinbetrieb aus, sollte die Autogasbranche den Vergleich zum Diesel bei dem mittlerweile hohen Preisniveau, den der Kraftstoff erreicht hat, längst nicht mehr scheuen. Geht man von einem Normverbrauch von 5,5 Litern Diesel auf 100 Kilometern aus, kostet diese Distanz durchschnittlich acht Euro. Schwenkt man jedoch auf die 27 PS stärkere LPG-Version, die in der Anschaffung selbst mit Gasanlage noch deutlich preiswerter erworben werden kann, reichen nach Normverbrauch von 8,5 Litern Autogas gut 6 Euro für 100 Kilometer. 

Noch eklatanter wird der Vergleich bei der Gegenüberstellung vom konventionellen Benziner zum Autogasmodell:  Sowohl der KIA als auch der Hyundai verlangen 7,5 Liter Benzin, bzw. 8,4 Liter Autogas auf 100 Kilometer. Da addieren sich die Kosten für 100 Kilometer im Benzinbetrieb auf 12 Euro, im Gasbetrieb auf gerade einmal sechs Euro für 100 Kilometer. Berücksichtigt man noch die regional unterschiedlichen Preise für Autogas, hätte sich sowohl im KIA Sportage als auch im Hyundai ix 35 die Gasanlage nach spätestens  45.000 Kilometern amortisiert.

Sowohl KIA als auch Hyundai arbeiten wie auch schon in der Vergangenheit mit offiziellen Lieferanten von Gasanlagen zusammen, die fahrzeugspezifisch abgestimmte Kits anbieten. Nur wer auf diese Kits zurückgreift, kommt in den Genuss einer umfassenden Garantie für die Gasanlage sowie für etwaige, gasbedingte Motorfolgeschäden. Die umfasst bei KIA sieben Jahre, bei Hyundai fünf Jahre. So weit aus dem Fenster lehnen kann man sich jedoch nur, weil im Lieferumfang der Gasanlage gleichzeitig auch ein Additivkit enthalten ist. KIA sowie zumindest teilweise auch Hyundai setzen da auf das Additivsystem P 1000. Bei Verwendung von Additiven anderer Hersteller erlischt sogar die Garantie.

Damit ist die Autogasversion des ix35 und des Sportage eindeutig der bessere Kauf. Sie kann ihre Überlegenheit nicht nur gegenüber dem Benziner, sondern auch gegenüber dem Diesel, eindrucksvoll ausspielen, und zwar nicht nur auf der Straße, sondern auch an der Tankstelle. Den ständig steigenden Preisen für Dieselkraftstoff sei dieser Umstand geschuldet, auch bei anderen Modellen ist es neuerdings ratsam, den spitzen Bleistift anzusetzen.

Auf der Straße unterscheiden sich die beiden fast baugleichen Zwillinge außer im etwas unterschiedlichen Design nicht wesentlich. Gebaut sind beide eher für den Großstadtdschungel als für die stillgelegte Kiesgrube, denn im Gelände stoßen sie schnell an ihre Grenzen. Dafür sind sie jedoch allemal auch viel zu chic. Lässt man ihnen jedoch in ihrem Revier freien Lauf, spielen sie schnell ihre Stärken aus.

Hyundai ix35 parkt automatisch ein

Da gefällt der enge Wendekreis von knapp über zehn Metern, der das Rangieren auf den Parkplätzen nicht zuletzt dank der Rückfahrkamera zum Kinderspiel werden lässt und manchen Passanten wegen der exakten Einparkmanöver verwundert zurücklässt. Kleine Einparkrempler verursachen nicht gleich teure, tiefe Kratzer dank einer massiven Schutzkante und wer auch mal das Gefühl von Freiheit und Abenteuer genießen möchte, sollte sich das Panoramadach gönnen. Es ist übrigens bei KIA zweigeteilt, bei Hyundai in einem Stück und bietet Frischluftfans und Sonnenanbetern im Sommer fast ein Gefühl vom Cabriofahren. Außerdem verändert sich dadurch das Raumgefühl im Fahrzeug selbst bei geschlossenem Dach äußerst angenehm. Bis gut 100 km/h kann man die Frischluft zugfrei genießen, was besonders dem frisurbesorgten weiblichen Geschlecht entgegenkommt. Die meisten von ihnen dürften sich noch über eine Zusatzausstattung freuen, mit der der Hyundai aufwartet: Auf Wunsch übernimmt das Smart Parking Assist System das rückwärtige automatische Einparken in parallel zur Fahrbahn verlaufenden Parkbuchten und Parktaschen.

Äußerst angenehm zu fahren war die Automatikversion beider Hersteller. Das Sechs-Stufen-Automatikgetriebe schaltet sanft aber schnell und ist sowohl im Stadtverkehr wie auch auf Landstraßen eine echte Hilfe, wenn es um ermüdungsfreies Fahren geht. Selbst auf der Autobahn machen beide SUV noch eine gute Figur, nur die straffe Fahrwerksabstimmung lässt den Fahrer keinen Moment über den Zustand der nicht immer aalglatten Autobahndecken im Unklaren.

Die Verbrauchswerte, sowohl im Diesel- wie auch im Benzin- und Autogasbetrieb überraschten zumindest bei normaler Fahrweise. Sie überschritten die Werksangaben im NEFZ um maximal zwei Liter auf 100 Kilometer. Wer seinen Gasfuß allerdings im Zaun hielt, konnte den Werten im eher unrealistischen Fahrzyklus schon ziemlich nahe kommen. Nur absolute Geschwindigkeitsbolzerei quittieren beide Exemplare mit Ausreißern nach oben, mehr als zehn Liter auf 100 Kilometer wies der Bordcomputer jedoch nur recht selten auf.

Die Frage, welches der beiden Fahrzeuge letztlich die bessere Wahl darstellt, kann jedoch auch an dieser Stelle nicht abschließend beantwortet werden. Sowohl der Hyundai als auch der KIA kämpfen derzeit in einem Marktsegment, in dem die Luft immer dünner wird. Um die Käufergunst buhlen auch noch Fahrzeuge wie der Nissan Qashqai oder der Toyota RAV4, der Ford Kuga sowie der VW Tiguan. Nüchtern betrachtet unter Einbeziehung der Unterhaltskosten können sie alle den Neuentwicklungen aus Korea nicht das Wasser reichen. Schon gar nicht, wenn man die beiden Widersacher von Hyundai und KIA auf Autogas umrüstet. Dann spielen sie ihre Vorteile erst so richtig aus.  

30.11.2011 16:15 Uhr Von Wolfgang Kröger
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