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18.5.2012 : 6:52 : +0200

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Aus dem Inhalt:

500.000 Autogasfahrer in Deutschland:
Übergabe mit Hessens Minister Boris Rhein

Rücksicht statt leidiger Parkrempler:
Rückfahrkamera mit Autogasanlage nachrüsten

Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine:
Gasfahrer gewinnen schon bei der Anreise

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23.12.2011 14:05 Uhr Von Wolfgang Kröger

Unterschiedliche Mischung nicht Ursache für Mängel

Im November wurde an den Tankstellen wieder die Gasmischung auf Winter  umgestellt, im Sommer fahren wir in Deutschland überwiegend 60 % Butan und 40 % Propan, im Winter umgekehrt. Doch bei diesem Thema scheiden sich die Geister. Während die einen dahinter lediglich Geldschneiderei vermuten, halten es andere für notwendig, um im Winter unbeschwert Autogas nutzen zu können. Fakt ist, dass man es außerhalb Deutschlands mit den Mischverhältnissen nicht so eng sieht.

In der Schweiz, in England und den USA fährt man sommers wie winters mit einem Propananteil, der höher liegt als 80 % und niemand mag behaupten, dass dort keine Minusgrade herrschen. In Italien und Griechenland tankt man im Sommer schon einmal Gas mit einem 80-%igen Butananteil, auch dort laufen die Fahrzeuge mit Autogas problemlos.

Florian Melber, Generalimporteur aus Althengstett, klärt hier auf: „Ist die Gasanlage sauber eingestellt, kann die Adaptionsfähigkeit des Steuergerätes die unterschiedlichen Kraftstoffzusammensetzungen problemlos verarbeiten.“ Problematisch wird es jedoch, wenn der Umrüster bei der Kalibrierung des Gassteuergeräts geschludert hat. Kommen dann noch Fertigungstoleranzen oder laufzeitbedingter Verschleiß hinzu, sind selbst die besten Steuergeräte überfordert. Es macht also keinen Sinn, wie gelegentlich einige Werkstätten behaupten, mangelnde Funktionstüchtigkeit der Gasanlage mit schlechter bzw. unterschiedlicher Gasqualität zu begründen und den Kunden zu vertrösten.

Lohnt die Umstellung?

Doch was hat es mit den unterschiedlichen Mischungen auf sich? Im Sommer will man den Kunden ein einheitliches Produkt zur Verfügung stellen, das aus 60 % Butan und 40 % Propan besteht. Beim Butan ist der Energiegehalt geringfügig höher, der Dampfdruck jedoch niedriger. Wer mit dem Begriff Dampfdruck nichts anfangen kann, für den sei es einfacher erklärt: Butan ist bei einer Temperatur von minus 0,5 Grad drucklos und würde als flüssige Masse im Tank schwimmen, bei Propan stellt sich dieser Zustand erst ab minus 42 Grad ein. Deshalb fährt man im Winter einen höheren Propananteil, um so den Druck im Gassystem aufrecht zu erhalten.

Nach Angaben der Gasversorger soll die konstante Mischung mit dem erhöhten Butananteil im Sommer auch dazu beitragen, die Reichweite zu erhöhen. Um das zu errechnen, muss man den Heizwert von Propan und Butan kennen, der generell in Megajoule angegeben wird. Auch das hört sich recht kompliziert an, doch letztlich sagt der Heizwert nur aus, wie viel Energie in einem Liter Kraftstoff steckt. Das sind bei Propan 23,6 Megajoule, bei Butan 26,7 Megajoule. Um zu errechnen, um wie viel man mit Butan weiter kommt als mit Propan, genügt ein einfacher Dreisatz. Es sind aufgerundet 13 %. Aber wohlgemerkt nur, wenn man statt mit Propan mit Butan unterwegs wäre. Bei einer Mischung von naturgemäß 50:50 ist es die Hälfte, nämlich 6,5 %. Ändert man nun den Butan-Anteil um 10 % in die eine oder andere Richtung, macht das gerade einmal unter Berücksichtigung aller Faktoren zirka 1 % an der Gesamtreichweite aus. Auf 100 Kilometer würde sich die Sommer- oder Wintermischung als nicht wirklich bemerkbar machen.

Eine weitere, interessante Frage: Wie reagiert mein Motor auf die unterschiedlichen Gasmischungen? Moderne Motoren verfügen über eine Lambdaregelung, die nichts anderes macht, als die Gemischmenge (Luft/Treibstoff) zu regulieren. Das Verhältnis von Kraftstoff zu Luft, das für eine vollständige Verbrennung benötigt wird, nennt man in der Motorentechnik das stöchiometrische Verhältnis. Bei Ottomotoren liegt es bei 1:14,7, das heißt, um einen Teil Benzin vollständig zu verbrennen, benötige ich 14,7 Teile Luft. Erhöht man den Kraftstoffanteil, spricht man von einem fetten Gemisch, senkt man den Kraftstoffanteil, von einem mageren Gemisch. Bei vollständiger Verbrennung herrscht der Zustand von Lambda 1.

Die Lambdasonde ist in Verbindung mit dem Steuergerät ständig bemüht, die vorgegebenen Werte einzuhalten. Sinkt der Heizwert des Gases, zum Beispiel durch einen geringeren Butananteil, gibt sie den Befehl zum „Anfetten“, also zum Erhöhen der Kraftstoffmenge, um wieder Lambda 1 zu erreichen. Das gleiche funktioniert natürlich auch in umgekehrter Richtung. 15 bis 20 % Adaption, also Angleichung an die Kraftstoffqualität, sind eigentlich kein Problem für Lambdasonde und Steuergerät. Geht es über diesen Wert hinaus, geht die Motorkontrollleuchte an. Die gesamten Mischverhältnisse unterschiedlicher Gase in ganz Europa überschreiten diese Grenzen jedoch nicht, so dass hier die Ursache für ein Aufleuchten der Kontrollleuchte nicht zu suchen ist. Der Fehler liegt dann meistens bei der Gasanlage, beziehungsweise deren Einstellung und damit beim Umrüster.

                            

23.12.2011 14:05 Uhr Von Wolfgang Kröger
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